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Bio-Sprit wird von Misereor in Teilbereichen kritisiert
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Misereor und Bio Sprit

Misereor mischt sich nun kräftig in die Thematik Bio-Sprit ein und fordert in diesem Zusammenhang die Abschaffung der Beimischungspflicht durch Importe aus Drittländern. Die direkten Aussagen von Hauptgeschäftsführer Sayer waren am 16.06. diesen Jahres, anlässlich der eigenen Jahrespressekonferenz, an die Bundesregierung sowie die Europäische Union gerichtet. Er bittet um den Verzicht in erster Linie dann, wenn es um Importtreibstoffe aus den Entwicklungsländern geht.

Die Gefahr der aktuellen Agrarstoffpolitik besteht darin, dass Armut und Nahrungsmittelknappheit in diesen Ländern nochmals dramatisch zunehmen kann. Der Profit, der mit Bio-Sprit erwirtschaftet wird, hilft den Ärmsten nicht weiter. Die Menschen geben ihren minimalen, ökologischen Lebensraum für Sprit her und müssen im Gegenzug mit Hunger bezahlen.

Zeitgleich kann eine Beimischung von 10 % nicht das Ende der Energiepolitik darstellen. Hier müssen noch weitere, weitaus größere Erfolge erzielt werden, will man langfristig gegen den bereits existierenden und somit bedrohlichen Klimawandel angehen. Zumal eine Energietrendwende nicht auf Kosten von Entwicklungsbedürftigen gehen darf. Dies wiederspreche den generellen Grundsätzen der Bio-Idee. Ferner stehen genügend Flächen innerhalb der Bundesrepublik und Europa weit zur Verfügung. Natürlich unter dem Aspekt höherer Bewirtschaftungskosten.

Die Aussagen des katholischen Hilfswerks treffen natürlich auch bei den Politikern nicht auf taube Ohren. Ganz im Gegenteil kann hierbei mit Unterstützung gerechnet werden. Vor allem auch deshalb, weil durch eigene Bio-Sprit-Herstellung im eigenen Land neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Nun ist das Geschick der Entwicklungspolitik gefragt, an dieser Stelle notwendige Weichen für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft in den Entwicklungsländern zu stellen. Gleichzeitig aber auch die Problematik Bio-Sprit aus Drittländern in den Griff zu bekommen.